Inspirationen aus der Natur und dem Leben im November

Bei uns im Norden wirbelt gerade ein lebhafter Herbstwind die letzten Blätter auf und pustet alles fort, was keinen Bestand mehr hat.
Die ersten Bäume sind nun kahl, die letzten Blüten verwelken, es wird kälter und immer dunkler. Die absterbende Natur lädt uns dazu ein, uns mit dem Loslassen und Vergehen auseinanderzusetzen, immer mehr nach innen zu kehren, zur Ruhe zu kommen und in unsere Innenwelt zu tauchen.

Unsere keltischen Vorfahren feierten in dieser Zeit des Jahres Samhain, das Fest des ewigen Kreislaufs des Lebens und der Kraft und Verbindung zu den Ahninnen. Sie spürten, dass die Schleier zu anderen Welten in dieser Zeit sehr dünn werden und dass wir eingebunden in ein großes Ganzes sind. Seit dem letzten Neumond baut sich diese Energie immer weiter auf, heute zum Vollmond mit Mondfinsternis erfährt sie einen Höhepunkt und wird uns noch bis zum nächsten Neumond begleiten.

Du kannst dich in dieser Zeit immer wieder fragen:
Welches Verhältnis habe ich zum Sterben und zum Leben?
Kann ich mich für andere feinstoffliche Welten öffnen?
Spüre ich eine Verbindung zu meinen Ahninnen? Gibt es noch etwas, was ich mit meinen Ahninnen klären und bereinigen muss?
Wie kann ich meine Ahninnen am besten ehren?

Ich habe den Eindruck, dass wir gerade in der heutigen Zeit so viel von diesem wundervollen Fest und seiner besonderen Energie lernen können. Wir haben die Themen Vergehen, Sterben und Tod so weit aus unserer Gesellschaft verbannt und jagen einem oberflächlichen Jugendwahn nach. Unsere Angst vor dem Sterben ist so groß geworden, dass wir vergessen, wirklich zu Leben. Oder haben wir im Grunde Angst vor dem Leben? Vor der Unberechenbarkeit, der Intensität, den ekstatischen Energien und Gefühlen, vor wahrer Fülle, der Nacktheit und Rohheit des Lebens? Öffnen wir uns wieder für das Leben, lassen wir unsere Panzer und Widerstände schmelzen, lassen wir alles Überholte, Aufgesetzte und Belastende sterben und gebären wir uns täglich neu - pur, echt, verbunden, verletzlich und doch so unendlich stark.
Die Natur macht es uns vor, das Abgestorbene, der Kompost dient als Grundlage für das neue Leben, unter den welkenden Blättern sitzen schon die neuen Knospen und brache Flächen werden in kürzester Zeit zurückerobert. Wir meinen so oft, wir könnten es besser als die Natur, aber sind wir mal wirklich ehrlich, wo ist etwas wirklich besser geworden, nachdem der Mensch eingegriffen hat? Für mein Gefühl dürfen wir uns wieder voll Demut vor den Kräften der Natur verneigen und sie als unsere größten Lehrmeister anerkennen.
Doch nicht nur die Kräfte der Natur wollen uns in dieser Zeit helfen, ein neues Verhältnis zum Leben zu gewinnen, auch unsere Ahninnen warten darauf, dass wir uns wieder mit ihrer Kraft und ihrer Weisheit verbinden.
Vielleicht geht es dir ähnlich wie mir, als ich die ersten Male davon gehört habe, ich solle meine Ahnen ehren und mich mit ihrer Kraft verbinden, da musste ich an all das Leid, die Verzweiflung, den Missbrauch und die Ängste in meiner Ahnenlinie denken und hatte wenig Lust, mich damit zu verbinden. Doch irgendwann wurde mir klar, ich kann meine Ahnen am besten dadurch ehren, indem ich mich bei ihnen für mein Leben bedanke und all die Muster und Verstrickungen, die seit Generationen weitergegeben werden, versuche zu durchbrechen und zu lösen. Ich habe ihre Erleichterung und ihre Freude gefühlt, als ich diese Intention laut ausgesprochen haben und sehe es heute als ein Privileg, dass ich den Raum und die Kraft habe, meine Ahnenlinie nach und nach zu befreien. Unter all den Schichten aus Leid, Schmerz und Verstrickungen spüre ich immer stärker eine große Kraft, uraltes Wissen, unendlich Liebe und eine unbändige Freude. Ich danke all den Menschen, die ihr Bestes gegeben haben, um das Leben an mich weiterzugeben. Im Schamanischen spricht man von sieben Generationen, die das Leben eines Menschen prägen, das sind 2 Eltern, 4 Großeltern, 8 Urgroßeltern, 16 Ururgroßeltern, 32 Urururgroßeltern, 64 Ururururgroßeltern und 128 Urururururgroßeltern. All diese Menschen haben gelebt, geliebt und gelitten, damit ich heute hier sein kann. Dafür ehre ich sie und bin ich ihnen von ganzem Herzen dankbar.

Wenn du dich tiefer mit dieser besonderen Zeit und deinen Ahninnen verbinden willst, dann bist du herzlich willkommen im Frauenkreise zu Samhain. Wir treffen uns online und vor Ort und verbinden uns mit den absterbenden Kräften der Natur und unseren Ahninnen, um neue Kraft zu schöpfen und das Leben und Vergehen zu ehren. 

Ich wünsche dir eine wundervolle Zeit der Einkehr und dass du aus der Verbindung mit deinen Wurzeln, dem Leben und dem Vergehen neue Kraft schöpfen kannst!

Von Herzen
Kathrin – Hüterin der Erde und des Lebens

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