Inspirationen aus der Natur und dem Leben im September

Der Sommer neigt sich dem Ende zu, in der letzten Woche hat sich die Stimmung in der Natur deutlich gewandelt, das Licht ist sanfter und die Luft ist kühler geworden und es riecht modrig feucht nach Herbst. Wir nähern uns mit großen Schritten der Herbsttagundnachtgleiche am 23. September, dem keltischen Erntedankfest. Es ist Erntezeit, am Wochenende erstrahlte der Erntevollmond und die Natur beschenkt uns mit ihren Gaben.

Schauen wir in diesen Tagen in die Natur, so fallen uns vielerorts die Auswirkungen der großen Trockenheit auf. Viele Büsche und Bäume verlieren schon ihre vertrockneten Blätter, Holunderbeeren hängen schlaff an ihren Zweigen und die Wegesränder sind ausgeblichen und staubig. Es wird deutlich, dass die Natur aus dem Gleichgewicht geraten ist.
Gleichzeitig können wir in den Gärten und auf den Feldern, die wir gegossen, gehegt und gepflegt haben, nun eine reiche Ernte einfahren und auch im übergeordneten Sinne können wir jetzt das ernten, was wir im Frühjahr gesät haben.

Zur Herbsttagundnachtgleiche feierten unsere AhnInnen Mabon, das keltische Erntedankfest. Voll Freude und aus tiefstem Herzen dankten und ehrten sie Vater Himmel und Mutter Erde für ihre Gaben. Noch einmal feierten und tanzten sie ausgelassen, bevor sie bewusst die Schwelle in die dunkle Jahreszeit überschritten. Denn von nun an werden die Tage wieder kürzer, Nebel und Dunkelheit breiten sich mehr und mehr aus und laden uns ein nach innen in die Stille und in die Ruhe zu kehren. Die große Göttin wandelt erneut ihre Gestalt und begegnet uns nun als alte Weise. Das Leben zieht sich immer mehr zurück und es beginnt das Sterben in der Natur. Wir werden daran erinnert, dass sich das Rad des Lebens immerfort weiterdreht und es kein Leben ohne den Tod gibt. Aus der Stille, Ruhe und Dunkelheit entsteht letztlich das neue Leben. 
Doch noch ist Erntezeit und eine große Fülle an Früchte aus Garten, Feld und Wald warten darauf gesammelt und für den Winter haltbar gemacht zu werden. Für unsere AhnInnen hatte diese Zeit eine besondere Bedeutung, da ihr Überleben von der Ernte abhing. So müssen sie eine unvorstellbar große Freude über eine reiche Ernte und große Wertschätzung und Dankbarkeit gegenüber Mutter Erde, der Fruchtbarkeitsgöttin und den Wetter- und Erntegottheiten empfunden haben. Auch das Teilen untereinander hatte eine große Bedeutung bei den Erntefesten, was einer zu viel hatte, das gab er einem anderen, der davon zu wenig hatte. So sorgten unsere AhnInnen passen zur Herbsttagundnachtgleiche für ein Gleichgewicht. Wir können uns heute in einer Welt, in der wenige zu viel und viele zu wenig haben, auch in dieser Hinsicht wieder an ihre Weisheiten erinnern.

Ich spüre, dass wir in diesem Jahr sehr stark dazu aufgerufen sind, uns zur Herbsttagundnachtgleiche mit unserem eigenen inneren und äußeren Gleichgewicht auseinanderzusetzen. Wir dürfen uns fragen, wie es um unser inneres Gleichgewicht bestellt ist, denn je mehr die äußere Welt aus dem Gleichgewicht gerät und ins Chaos stürzt, umso wichtiger ist es, dass wir unsere innere Balance nicht verlieren. Wir dürfen uns aber auch fragen, was unser persönlicher Anteil daran ist, dass die Natur aus dem Gleichgewicht geraten ist. Es geht dabei nicht darum, sich zu schämen und/oder schuldig zu fühlen, sondern endlich zu erkennen, welche Kraft in uns lebt. Wir dürfen endlich erkennen, dass wir die Schöpfer und Gestalter unseres Lebens sind und endlich Selbstverantwortung übernehmen. Ja, das kann herausfordernd, beängstigend und manchmal auch schmerzhaft sein, wurden wir doch von klein auf dazu erzogen, unsere Verantwortung abzugeben an die Lehrer, die Ärzte, den Staat... Aber, das kann ich aus eigener Erfahrung sagen, es kann auch ermächtigen, Kraft geben und sogar große Freude machen.
Vor Kurzem fiel mir eine Postkarte mit der folgenden Aufschrift in die Hände: Wir haben alle ein bisschen „Ich will die Welt retten" in uns. Aber es ist o.k., wenn du erst mal nur einen Menschen rettest. Und es ist o.k., wenn dieser Mensch du selber bist.
Also retten wir uns selbst und übernehmen Selbstverantwortung. Träumen wir nicht länger von einem besseren Leben, sondern leben wir unsere Träume und erschaffen wir dadurch eine bessere Welt, jede und jeder auf seine ganz individuelle Art und Weise.

Ich wünsche dir eine harmonische Herbsttagundnachtgleiche, eine wundervolle Erntedankzeit und ein gutes Eintauchen in die dunkle Jahreshälfte

Von Herzen
Kathrin - Hüterin der Erde und des Lebens

 

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